| Unterrichtsform wurde von John Dewey und William Kilpatrick (1935) Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts entwickelt. Wobei nach Fthenakis folgende Grundsätze eine Rolle gespielt haben sollen:
1. Es gibt keine übergreifenden Wahrheiten und kein einzig richtiges pädagogisches Wissen.
2. Die Bearbeitung des Projekts sollte nach dem Schema des vollständigen Denkakts erfolgen (Präzisieren der Probleme, Entwerfen des Lösungsansatzes, Simulieren der Lösung).
3. Projektarbeit ist charakterbildend: Sie führt in demokratisches Leben ein.
4. Projektarbeit erfordert fächerübergreifende Kooperation: Mit Fachwissen allein ist sie nicht zu bewältigen.
Nach Katz und Chard (S. 209) wurde die Methode in den 20er Jahren als "Projektmethode" in den USA eingeführt - auch in Kindergärten, da man annahm, dass Kinder am besten lernten, wenn ihr Interesse und die Konzentration voll beansprucht würde. Nach W. E. Fthenakis (2000; S. 224) geht der Projektgedanke allerdings auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück (Berthold Otto, 1968-1919; Hugo Gaudig, 1960-1923; Hermann Lietz, 1868-1919; Georg Michael Kerschensteiner, 1854-1932). Und 1880 soll die Projektarbeit durch Woodward zum ersten Mal in den Bereich der höheren Schule eingeführt worden sein; um 1900 zum ersten Mal an einer Grundschule (Fthenakis, S. 224). Seit dem Anfang der 1980er Jahre verbreitet sich im Erziehungssystem die Projektmethode im Zuge von Reformbestrebungen, die sich gegen den bis dahin vor allem praktizierten Frontalunterricht richteten.
Projekte fordern die ganze Lernerpersönlichkeit und die im Rahmen von Projekten erzielten Lerneffekte werden von der Forschung als vielschichtiger, tiefergehend und resistenter gegen das Vergessen beschrieben. Besonders in der Folge der PISA-Studie, die erhebliche methodische und inhaltliche Defizite im deutschen Schulsystem aufgedeckt hat, erlebt die Projektmethode einen Aufschwung. Diese Entwicklung erfasst mit Verzögerung auch den Hochschulbereich. Gefördert werden die so bewirkten Änderungen durch die Verbreitung des Internets, die eine Kommunikation auch außerhalb von Unterrichtsräumen ermöglicht und die für Projekte notwendige Arbeitskontinuität fördert. |