Projektunterricht bezeichnet allgemein die Organisation des Unterrichts als Arbeit an einem Projekt, wird aber speziell in der Pädagogik zusammen mit dem synonymen Begriff der Projektmethode für eine seit Anfang der 1970er Jahre verstärkt diskutierte Reformidee gebraucht, vor allem in der Hochschuldidaktik. Anfang der 1980er Jahre erfolgte eine verstärkte Adaption in der Schulpädagogik als Reaktion auf den Frontalunterricht. Die Grundintention des Projektunterrichts war ursprünglich eine gesellschaftlich-politische. Der Projektgedanke im ersten Drittel des 20. Jhs. war bei John Dewey und William Heard Kilpatrick, deren Name mit der Projektmethode meist verbunden wird, die Reaktion auf tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen im Produktions-, Distributions- und Konsumptionsbereich (vgl. Gudjons 1994, 14).

Die Projektmethode hat in der Pädagogik eine lange Tradition. Sie reicht bis ins 16.Jahrhundert in Italien (Architekturstudenten erstellen progetti - sie mussten ihr erworbenes Wissen anwenden um selbstständig Modelle zu bauen) bzw. ins frühe 18. Jahrhundert in Frankreich zurück. Damals in Paris an der Académie Royale d'Architecture sprach man von 'projets', wenn die Studenten selbstständig Pläne und Entwürfe für ein größeres Bauvorhaben - zum Beispiel einen Pavillon - anzufertigen hatten. Von den Bauakademien und technischen Hochschulen in Frankreich verbreitete sich die Idee des Lernens am Projekt nach Deutschland, Österreich, in die Schweiz und - Mitte des 19. Jahrhunderts - auch in die Vereinigten Staaten. Calvin M. Woodward von der Washington University in St. Louis war es dann, der den Projektgedanken von der Hochschule auf die Schule übertrug. Umstritten bleibt jedoch die Relevanz der Einflüsse der frühen Wurzeln auf die heutige Projektmethode. Was die Geschichte des Projektunterrichts jedoch offenbart, ist "die Einsicht, dass zu keinem Zeitpunkt eine einheitliche Theorie existierte, auf die sich heute noch uneingeschränkt berufen ließe." (Schart 2003, 69)

Projekte in der Pädagogik fordern eine andere Lernerpersönlichkeit als Frontalunterricht. Die im Rahmen von Projekten erzielten Lerneffekte werden von der Forschung als vielschichtiger, tiefergehend und resistenter gegen das Vergessen beschrieben. Dies ist eine Folge der Handlungsorientierung und der Wissensvernetzung mit benachbarten Wissensgebieten.